28. Juli 2018

Slow Food Themenabend "Biodiversität"



 EINLADUNG
zum
Slow Food Themenabend

„Biologische Vielfalt, Kulturlandschaft, Genuss –
wo ist da ein Zusammenhang?“



 Referent: Helmut Ballmann, Abteilungsleiter Naturschutz im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Die Veranstaltung findet statt im Restaurant Laurus Vital,
Limbacher Str. 19, 09232 Hartmannsdorf
Beginn: 17.00 Uhr

Anmeldung bitte unter Tel. 0371 27252490 oder
http://www.slowfood.de/slow_food_vor_ort/suedwestsachsen/termine/slow_food_themenabend/

21. Juli 2018


Hofgut Eichigt-Rückschau

Die einen sagen: „Man kann 7 Milliarden Menschen nur mit konventioneller Landwirtschaft ernähren, wenn man Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger einsetzt. Mit biologischer Landwirtschaft geht das auf gar keinen Fall.“
Die anderen sagen: „Man kann 7 Milliarden Menschen und mehr sehr wohl mit biologischer Landwirtschaft ernähren und es bleibt uns auch gar nichts anderes übrig. Pflanzenschutzmittel, die außer der Nutzpflanze alles andere abtöten, töten Bienen und andere Insekten, Vögel und Fledermäuse sterben aus. Monokulturen laugen die Böden aus und setzen CO2 frei, Dünger gelangt ins Grundwasser und muss bei der Trinkwasserherstellung mühsam entfernt werden.“
Thomas Greim, Gründer und Inhaber des Naturkostgroßhandels dennree und der denn’s Biomärkte, zeigt im Hofgut Eichigt im Vogtland, wie Ökolandbau mit 1500 Milchkühen der Rasse Holstein-Friesian auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von ca. 4000 ha realisiert werden kann, im Einklang mit Natur und ökonomisch tragfähig.
Davon konnten wir uns an einem für Juni ziemlich kalten und regnerischen Samstagvormittag überzeugen. Bei einem sehr interessanten und gleichzeitig kurzweiligen Vortrag berichtete uns Nadine Adler, die Naturschutzbeauftragte des Unternehmens, von den Herausforderungen der Umstellung eines konventionellen Großbetriebs auf ökologische Bewirtschaftung. Es entstehen auf dem Gelände der ehemaligen Agrofarm 2000, einer früheren LPG, neue, auch im Winter offene sog. Cuccetten-Ställe, in denen jeweils 100 Tiere pro Herde ihre Futter-, Liege- und Schlafplätze frei wählen können. Es gibt keine Spaltenböden, dafür Gülle-Schieber. Besondere Kuh-Matratzen, großzügige Wassertränken und Massagebürsten sorgen für das Tierwohl. Von den an sich sehr vorsichtigen Rindern wurden die Kuhbürsten in den neuen Ställen sofort in Beschlag genommen.
 
Fotos: Antje Hohl

Die Tiere gehen während der Vegetationsperiode auf die Weide. Das Wissen um das Weidemanagement-wie viel Futter für wie viele Tiere auf der Weide vorhanden ist, wann die Tiere zur nächsten Weide getrieben werden müssen usw.-wird aktuell bei der Ausbildung kaum vermittelt, so Nadine Adler, so dass es neu erarbeitet werden muss. Weiden und deren Zäune müssen ständig kontrolliert werden.