24. Dezember 2012

24. Dezember - und noch immer kein Geschenk?

Das klingt nach einem schwierigen Fall, aber wir helfen mit einer Idee:

Unterstützen Sie uns und verschenken Sie eine Slow Food Mitgliedschaft an sich und Ihre Liebsten!  Natürlich freuen wir uns sehr, wenn Sie sich dabei auch für unser Convivium Südwest-Sachsen entscheiden. Gemeinsam könnten wir dann ab 2013 regionale Rezepte erforschen, regionales Essen in Gasthäusern testen und bewerten, uns auf die Suche nach seltenen Lebensmitteln im Erzgebirge und seinem Vorland machen (und darüber bloggen), uns monatlich zu lockeren Gesprächsrunden am Schneckenstammtisch treffen und im Slowfood-Magazin blättern.

Wir haben viel vor und wollen noch wachsen damit Geschmack auch bei uns wieder eine starke Lobby bekommt!

Frohe und Genussvolle Weihnachten wünscht Euch und Ihnen die Convivienleitung!

23. Dezember 2012

Dresdner Christstollen oder doch Erzgebirgsstollen

Wir hatten Anfang des Monats noch einen kleinen Stollenbeitrag versprochen. Warum wir damit so lange gewartet haben? Nach strengen traditionellen Regeln wird der Stollen erst zu Weihnachten angeschnitten (und das beginnt hier erst nach dem Heiligen Abend....).
Nun aber zum Vergleich - der gar nicht so einfach ist, denn in vergangener Zeit erfolgte ein reger Austausch der Ideen und Rezepte innerhalb Sachsens. So sind die Unterschiede zwischen Rezepten einzelner Backbücher und Bäckereien oft größer als die wirklichen Differenzen der einzelnen Stollen. Beide Regionen werfen sich gegenseitig vor, beim Konkurrenzprodukt handle es sich um besseres "Vugelstrei" (also etwas zur Winterfütterung von Singvögeln). Gerichte wurden bemüht und geschützte Markenbezeichnungen geschaffen. Beim folgenden Vergleich beziehen wir uns auf die Rezepte der Arzgebirgische Backstub aus dem Häckel-Verlag.


Dresdner Erzgebirgischer
Weizenmehl 4 kg 4 kg
Hefe 250g 250g
Milch 1,5l nach Bedarf
Butter 1750g 1100g
Zucker 350g 750g
Salz 35g 30g
Sultaninen 3kg 2,5kg
gehacktes Zitronat 250g 600g
Orangeat 50g keins
feingeriebene Mandeln 100g 400g
Rum 125ml 125ml
Stollengewürz 70g 80g

Demnach wäre der Erzgebirgsstollen mandelaromatischer und der Dresdner mit Orangeat und höherem Sultaninenanteil wäre fruchtiger. Die fehlende Butter beim Erzgebirgler wurde dann später als Zucker-Butterguss darüber gegeben...
Die Variationen einzelner Rezepte sind aber gewaltig und zusätzliche Zutaten wie Schmer (griebenfreies Schweineschmalz) oder Bittermandeln stehen in vielen Rezepten.

22. Dezember 2012

Regionale Gewürzmischungen - Stollengewürze

Ketchup, Curry oder Pesto finden sich heute in fast allen Küchen. Gibt es aber auch heimische Gewürzmischungen?

Beim Blättern in regionalen Koch- und Backbüchern sind wir auf "Stollengewürz" gestoßen. Dahinter verbirgt sich zwar keine klassische dafür aber eine regionale Komposition, deren Bestandteile wir heute einmal etwas näher vorstellen möchten. Als Grundlage dient uns, dass im bereits am 6. Dezember vorgestellten Buch veröffentlichte Rezept, welches auf ein Rezept des Buchholzer Konditors Erich Nestler von 1935 zurückgeht.

Bei Macis (30g) (oder auch Muskatblüte) handelt es sich um die Aussenhülle der Muskatnuss (einem der teuersten Gewürze Europas im 17.Jahrhundert. Macis gilt als der Partner von Süßem während Muskat eher für salzige Gerichte Verwendung findet. Im Mittelalter galt der Besitz von Muskat als Statussymbol und selbst Wein und Bier wurden damit gewürzt.

Kardamom (15g) gilt noch heute neben Safran und Vanille als eines der wertvollsten Gewürze der Welt. In Mitteleuropa findet es fast ausschließlich in der Weihnachtsbäckerei Verwendung. Die als anregend geltenden Samen stammen ursprünglich aus Asien und sind dort Bestandteil von Kaffeemischungen und vielen indischen Gerichten.

Tonkabohnen (15g) sind in Südamerika beheimatet und werden inzwischen wegen ihres Cumaringehalts in Deutschland und Europa mengenreguliert (in den USA bereits verboten). Bei einem Cumaringehalt der Tonkabohnen von max. 3-10% werden die derzeitigen europäischen Grenzwerte von 50mg pro Kilogramm Gebäck möglicherweise überschritten!

Vanillezucker (100g) ist eigentlich bereits selbst eine Gewürzmischung aus fein gemahlenem Zucker und (idealerweise) Vanillepulver. Die synthetischen Vanillinaromen entsprechen nicht den Grundsätzen von Sauber und werden daher von uns abgelehnt!

Wie Slow sind eigentlich Gewürzmischungen auf der Basis exotischer Gewürze? Sicher eine recht schwierige Frage, die Raum für kontroverse Diskussionen lässt. Der Gewürzhandel ist schon seit sehr, sehr langer Zeit Bestandteil der europäischen Kultur und viele inzwischen klassische Rezepte sind ohne die Exoten wie z.B. Pfeffer heute undenkbar. Wenn die Erzeugung der Gewürze nach guten, sauberen und fairen Gesichtspunkten erfolgt, spricht aus unserer Sicht auch nichts gegen ihre Verwendung in der heimischen Küche. 

21. Dezember 2012

Weihnachtsgans



Rezepte für Weihnachtsbäume haben wir keine, doch bevor wir nun langsam den Baum besorgen, folgt nach den Getränken und den Beilagen der letzten Tage heute der Hauptbestandteil des Weihnachtsmenüs - die Gans!

Zutaten:

 Lake:

  • 10 Liter Wasser
  • 500 g Salz
  • 150 g Zucker
  • 1 Stange/n Zimt
  • 2 EL Pfeffer, gemahlener schwarzer und weißer
  • 1 EL Koriander
  • 5  Lorbeerblätter
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 Zweig Thymian
  • 1 Zweig Beifuß
  • ½ Liter  Wein, rot, trocken
  • 1 Gans, (ca. 4 - 5 kg)

Füllung:


  • 3 Äpfel
  • 1 Orange
  • 1 Zweig/e Thymian
  • 1 Zweig/e Rosmarin
  • 1 Zweig/e Beifuß


  • ½ Liter  Apfelsaft, naturtrüber ungesüßter
  • 100 g Honig
  • 100 g Aprikosenkonfitüre
  • 3 Zwiebeln

Zubereitung:

Wasser, Salz, Zucker, Zimtstange, Pfeffer, Kräuter und Rotwein zusammen aufkochen und auskühlen lassen. Die Gans 12 Stunden in der Lake ziehen lassen. Sie sollte ganz mit der Lake bedeckt sein.

Nach Ablauf der Zeit die Gans aus der Lake herausnehmen und gut abtrocknen. Die Gans mit den geviertelten Äpfeln(mit Schale), Zwiebeln, Orange und den Kräutern füllen und die Öffnung mit Rouladennadeln zusammenstecken.

Die Gans mit der Brust nach oben in den Bräter legen und mit 1 Liter der Lake und 1/2 Liter Apfelsaft angießen und bei 180° C im Backofen 3 - 3 1/2 Stunden braten. Zwischendurch alle 30 Minuten mit dem eigenen Saft übergießen und die Gans wenden. Falls nötig, die Flüssigkeit auffüllen.
Honig und Aprikosenkonfitüre vermischen und die Gans zum Schluss damit bestreichen. Für weitere 10 - 15 Minuten bei 200° C fertig braten.

Die Gans aus dem Backofen herausnehmen und kurz ruhen lassen und erst dann zerteilen.

Menge: ca. 4-6 Personen

Rezept mit freundlicher Unterstützung der Rathaushotels Oberwiesenthal

20. Dezember 2012

Kräutertips aus dem Gebirge

"Vorbeugen ist besser als Heilen!" - pflegt man auch bei uns zu sagen. Daher noch rasch ein Tip um weihnachtliche Verdauungsstörungen nicht aufkommen zu lassen.
Kräuterweibel der Fa. Werner aus Seiffen
Bereits seit der Besiedlung des oberen Erzgebirges durchstreiften nicht nur Wilddiebe sondern auch fleissige Kraiterweibln das Gebirge und brachten ihre Kräuter in Apotheken der umliegenden Ortschaften. Die daraus nach "gehüteten Familienrezepten" noch heute ihre Verdauungstropfen anbieten. Vielleicht sollten wir uns im nächsten Jahr einfach einmal die Zeit nehmen und eine Verkostun diesem Thema widmen? Schliesslich wollen wir nicht nur wissen, ob die Schnäpse regional produziert werden sondern auch wo die Rohstoffe dafür heute gesammelt werden! Die Liste der einzelnen Produzenten ist länger als manch einer erwartet. Sollten wir dabei einen regionalen Lieblingskräuter vergessen haben, schreibt uns und wir verkosten dann auch einmal diesen.
Einheimische Destillen und Spirituosenfabriken existieren noch heute im Erzgebirge und warten auf ihren Besuch (alphabetische Liste der Ortschaften mit uns bekannten Erzeugern):

19. Dezember 2012

Sauerkraut - saisonal und regional

Nachdem wir uns bereits mit Grünen Klößen und Nusserzeugnissen im Adventskalender beschäftigt hatten, folgt heute eine einfache Sächsische Variante des Sauerkrautes als Grundbestandteil des weihnachtlichen Neunerlei. Wer es bisher verpasst hat, sein Sauerkraut selbst anzusetzen, dem empfehlen wir einen Besuch des Guidohofes von welchem viele unserer Conviviumsmitglieder auch ihr Gemüse beziehen.

  1. 50g Räucherspeck in kleine Würfel schneiden und in einem Topf auslassen.
  2. eine kleine Zwiebel ebenfalls würfeln und zum Speck geben
  3. 500g Sauerkraut in den Topf geben und mit Speck und Zwiebel gut vermengen und mit einer Prise Kümmel, 2-3 Wacholderbeeren, 1 Lorbeerblatt würzen und mit ein wenig Brühe aufgiessen 
  4. mit Teckel 30-45min auf kleiner Flamme köcheln lassen
  5. als regionale Besonderheit: 1 grob geriebene Kartoffel (mehlige Sorte) zum Abbinden des Krautes verwenden und heiss servieren
Guten Appetit!

18. Dezember 2012

Wein und Geflügel

Welchen Wein passt zur Weihnachtszeit am besten zum Gänsemenü? Diese Frage haben wir heute einer Fachfrau in Sachen Wein gestellt. Aus dem Weinkeller des Restaurants Bock in Limbach/Oberfrohna hat die Chefin und erfahrene Sommelière Folgendes für den Adventskalender ausgewählt:
  • zur Geflügelleberterrine einen reifen, milden Riesling
  • zur geräucherten Gänsebrust einen Grauburgunder oder Schwarzriesling
  • zur gebratenen Gänsebrust einen kräftigen im Holz gereiften Chardonnay
  • zur klassischen Gänsekeule mit Rotkohl einen Syrah aus Württemberg.
Eine einfache Möglichkeit eigene gelungene Kombinationen von Speisen und Getränken zu finden, ist einmal die Region, in welcher das Kochrezept beheimatet ist, sich genauer anzuschauen. Häufig passen dort beheimatete Rebsorten auch gut zum Rezept. Warum das so ist? Genusstradition hat die Leute schon länger nach perfekten Kombinationen suchen lassen! 

17. Dezember 2012

Das Bier zur Gans...

Es muss nicht immer Wein sein (die Tips dazu zeigen wir noch) - zum Weihnachtsmenü passt auch Bier! Wir möchten Euch heute einige Ideen für eine regionale Bierkarte zum Festtagsmenü vorstellen. Schließlich ist Südwest-Sachsen eine seit alten Zeiten eine Bierregion und mit den angrenzenden Gebieten Sachsens und Thüringens berühmt für seine Schwarzbiere!
  1. Der Aperitif soll den Geschmack anregen. Leicht bitteres Bier (Pils) kommt hier zum Einsatz. Aus der Region können wir Euch zum Beispiel ein Rechenberger Pilsner vorschlagen
  2. Die Vorsuppe und oder die Vorspeisen stimmen den Magen auf den Hauptgang ein. Ein leichtes Bier unterstützt dabei die Verdauung. Unsere Idee: ein einfaches Reichenbrander Helles.
  3. Beim Hauptgang liegt der Schwerpunkt natürlich auf kräftigen Speisen. Der vielleicht beste Moment für den Einsatz eines Schwarzbieres zum Beispiel ein Magisterbräu aus der Scheibenberger Privatbrauerei Fiedler?
  4. Zum süßen Dessert (traditioneller erzgebirgischer Butterstollen oder Küchenkreationen auf dessen Basis) gehört natürlich auch ein süßes Bier. Mit dem Doppelkaramel aus der Chemnitzer Braustolzbrauerei geht damit eine weitere lokale (und alkoholfreie) Spezialität an den Start.  
Auch andere Brauereien der Region bieten gute und regionale Produkte. Für einen kleinen Überblick (und  als Tip für den Gabentisch) zum Abschluß noch eine Buchempfehlung des Chemnitzer Verlags: Das ist unser Bier.

16. Dezember 2012

... nach griene Kliess heut SCHWAMMEBRIEH

Eine klassische Vorsuppe zum Festtagsbraten (mit freundlicher Unterstützung der Rathaushotels)



Schwammesupp

500 g frische Mischpilze,
1l gut gewürzte Fleischbrühe,
60-80 g Mehl,
100 ml Sahne,
100 g Semmelbrot oder Brötchen,
100 g Butter,
2 Eigelb,
gehackte Petersilie
Zubereitung:

Die frischen Pilze (Steinpilze, Champignons oder Mischpilze) werden geputzt, gewaschen und in Scheiben geschnitten. Mit ein wenig Butter in einer dafür vorgesehenen Kasserole gedünstet, mit Mehl angestäubt, mit der Fleischbrühe aufgegossen und ca. 20 Minuten langsam verkocht. Anschließend Eigelb und Sahne verrühren und in die nicht mehr kochende Suppe einrühren. Mit etwas weißem Pfeffer und frisch gehackter Petersilie verfeinern und über geröstete Semmelscheiben in den Teller geben.

Wer noch weitere Inspirationen zum Thema Vorsuppe benötigt, dem sei zum Abschluss noch ein Besuch im Suppenmuseum in Neudorf/Erzgebirge empfohlen.

15. Dezember 2012

Slow Food International - wir sind nicht allein


Auf unserer Suche nach und dem Kampf für den Guten Geschmack haben wir gute Gesellschaft. Daher möchten wir uns heute einmal die Zeit nehmen, unsere internationale Organisation etwas näher vorzustellen:


Slow Food International ist die offiziell 1989 gegründete Organisation. Vorläufer waren in den 80er Jahren eine Protestbewegung gegen gepanschten italienischen Rotwein (daher ist uns noch heute SAUBER auch so wichtig!) sowie 1986 ein öffentliches Spaghetti-Essen auf der Spanischen Treppe in Rom als Protest gegen die Eröffnung der ersten Mc Donalds Filiale im antiken Teil Roms. Heute ist Slow Food eine weltweite Bewegung von mehr als 100 000 Menschen in 150 Ländern welche sich in 1300 Convivien (Tafelrunden) organisiert.

Wichtige Ziele und Projekte der internationalen Organisation sind:

Slow Food Foundation for Biodiversity verteidigt die Vielfalt der Lebensmittel durch den Schutz der Umwelt und eine nachhaltige Landwirtschaft. Es fördert den Erhalt Wissen kleiner Produzenten über die traditionelle Erzeugung von Lebensmitteln.

Slow Food Education setzt sich den gemeinsamen Genuss und die Schulung der Sinne zum Ziel. Als Convivium wollen wir hier mit unseren monatlichen Schneckenstammtischen einen eigenen Schwerpunkt setzen. International anerkannten Maßstab der Aus- und Weiterbildung setzt die Universität der Gastronomischen Wissenschaften.

Terra Madre Network ist ein Zusammenschluss von mehr als 2000 Lebensmittelbündnissen. Den Terra Madre Day haben wir Euch bereits vorgestellt.

14. Dezember 2012

Grüne Klöße (eine original erzgebigische Variante)


Nachdem wir bereits am 9. Dezember die Zusammensetzung des Neunerlei in den Rathaushotels Oberwiesenthal verraten haben, hier das Grundrezept für die Grünen Klöße. Eigentlich gar nicht so kompliziert:

Grüne Klöße:
2000 g rohe Kartoffeln; fein gerieben,
750 g gekochte Pellkartoffeln durchgepresst,
200 g geröstete Weißbrotwürfel,
2 Eßl. Butter; (zum Rösten der Krusteln),
Salz,
geriebener Meerrettich
Zubereitung:

Die geschälten rohen Kartoffeln reiben und mit einem Tuch (Kloßsack) stark auspressen; das Wasser mit der Kartoffelstärke auffangen. Die geschälten gekochten Kartoffeln (kalt) ebenfalls fein reiben. Die rohe Kartoffelmasse mit den gekochten geriebenen Kartoffeln zusammenmischen, etwa 2 Eßlöffel geriebenen Meerrettich dazugeben, mit Salz würzen und abschmecken.
Die durch das Auspressen der rohen Kartoffeln entstandene Kartoffelstärke dazugeben. Alles mit kochendem Wasser überbrühen und gründlich durchwirken, damit die Kloßmasse geschmeidig wird und bindet. Dann mit leicht angefeuchteten Händen langsam schöne runde Klöße formen und in die Mitte kleine geröstete Weißbrotwürfel geben. In einem möglichst breiten Topf Wasser zum Kochen bringen, Salz dazugeben und die Klöße einlegen. Die Klöße möglichst schnell aufkochen lassen, 10 Minuten auf kleiner Flamme weiterkochen und dann noch 20 Minuten bei ganz geringer Hitze an der Herdseite bei angehobenem Deckel durchziehen lassen.

13. Dezember 2012

Genussführer - der Restaurantführer von Slowfood

Restaurantführer werden inzwischen bereits von Automobilclubs produziert. Nach den eigenen Genusskriterien: GUT-SAUBER-FAIR und mit einem Team von mehreren hundert Testern beurteilt nur Slow Food! Gestern wurden die ersten (und bis heute einzigen) beiden Genussführer-Siegel ("Slow-Sterne") im Osten Deutschlands übergeben. Das Team der Topfmarktscheune in Burkhardtsdorf sowie das Team vom Bock in Limbach dürfen diese Auszeichnung in der nächsten Zeit ihren Gästen bereits am Eingang präsentieren.




Wir möchten unser heutiges Advents-Türchen dazu nutzen, Euch nicht nur dazu einzuladen, diese beiden Häuser einmal selbst zu testen, sondern auch gleich, auf die neue Landkarte aller deutschen Genussführerlokale hinzuweisen. Damit steht der Planung einer kleinen Slow-Winterreise durch Deutschland eigentlich nichts mehr im Wege.

12. Dezember 2012

Youth Food Movement - Deutschland

Auch wir haben eine Jugendbewegung (allerdings bisher noch nicht in unserer Region). Mit frechen Kampagnen überzeugt YFM im Facebook seine Freunde.
Auf der eigenen Homepage finden sich  Tips zum sofortigen Handeln, die uns alle sehr gut gefallen:
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Solltet auch Ihr jetzt Lust bekommen haben mit der Gabel zu kämpfen, meldet Euch bei uns oder auch direkt bei YFM oder plant selbst gleich einen ersten EAT IN oder eine Schnippeldisko in der Region.

11. Dezember 2012

Heißgetränke 2. Teil


Nachdem uns die Modewelle des Sommers ein Getränk namens Hugo beschert hat, hier mal ein winterliches Rezept für einen klassischen Holunderpunsch aus dem Hotel Bock in Limbach:

Zutaten:
Gewürzmischung aus Zimt, Sternanis, Nelke, Orangenschale
0,5 l Mix aus Holunderblütensirup und Wasser je nach Stärke des Sirups
0,5 l Weißwein oder Apfelwein
unbehandelte Orange

Anleitung:
Die Gewürzmischung in einem trockenen Topf so lange erhitzen, bis sie zu duften beginnt.
Sofort den Holunderblütensirup- Wasser-Mix und die Orangenschale zugeben.
Kurz aufkochen, den Wein hinzufügen und erhitzen – nicht noch einmal kochen!
Süßen je nach Geschmack mit braunem Rohrzucker oder Honig.

Alkoholfreie Variante mit Apfelsaft oder Apfeltee.

10. Dezember 2012

10 Dezember - weltweiter Terra Madre Day

Slow Food feiert den Terra Madre Day


Terra Madre ist eines der großen Projekte von Slow Food International und ein Zusammenschluss von mehr als 2000 Lebensmittelbündnissen weltweit. Ein Beispiel einer solchen Gemeinschaft aus unserer Nähe ist die Gemeinschaft der Würchwitzer Milbenkäse Produzenten.

Seit 2009 begeht Slow Food den 10. Dezember als Terra Madre Day. Kein globaler Flashmob sondern zahlreiche Einzelaktionen für den Erhalt regionale Speisen unter dem Motto "Celebrate Local Foot" Die deutschen Aktionen finden sich hier. Vielleicht habt Ihr auch Ideen für ein solches Event (heute oder aber spätestens im nächsten Jahr)?

9. Dezember 2012

Neunerlei im Arzgebirg...


Zur besseren Planung des Weihnachtsmenüs heute ein Vorschlag - und dann auch passend zum NEUNTEN Dezember gibt es das traditionelle ‚NEUNerlei‘ - welches im Erzgebirge wirklich eine lange Tradition hat. Es besteht aus neun Teile, wobei jedes Gericht eine Bedeutung hat. Die Zusammensetzung variiert und ist häufig eine gelebte Familientradition. Die Zusammenstellung der Rathaushotels Oberwiesenthal (...die uns schon gestern mit dem leckeren Nußschnaps verwöhnten) sieht wie folgt aus: 

  1. Bratwurst steht zum Erhalt von Herzlichkeit und Kraft („doß mr Harzhaftigkeit un Kraft bewohrt“);
  2. Sauerkraut steht dafür, damit einem das Leben nicht sauer wird („damit ens Labn net sauer wird“);
  3. Linsen stehen dafür, dass einem nicht das Kleingeld ausgeht („doß ens kleene Gald net ausgieht“);
  4. Klöße, Karpfen und Hering stehen dafür, dass einem nicht das große Geld ausgeht („doß es net an grußen Gald fahlt“);
  5. Gans, Schweinebraten und Kuhhase (Kaninchen) stehen dafür, dass einem das Glück treu bleibt („doß ens Glück trei bleibt“);
  6. Pflaumenkompott steht dafür, dass man sich des Lebens erfreuen kann („doß man sischs ganze Labn free kah“);
  7. Semmelmilch steht dafür, dass man nicht erkrankt („doß en de Nos net truppt in neie Gahr“ oder Buttermilch, „doß mr ka Kuppwiding (Kopfschmerzen) hat“);
  8. Nüsse oder Mandeln stehen dafür, dass der Lebensalltag gut im nächsten Jahr abläuft („doß dr Lebenswogn gut geölt durchs neie Gahr fährt“);
  9. Pilze oder rote Rüben schließlich sollen Freude und Glück bringen („Freed un Glück und rute Backen“) oder gutes Wachstum für das Getreide bedeuten.

Das Neunerlei-Essen wird am Heiligen Abend durch zahlreiche weitere Bräuche begleitet wie Heiligabendlicht im Erbleuchter, Stroh unter der Tischdecke, Kleingeld unter dem Teller, zusätzlich aufgelegtes Gedeck für den fremden (armen) Gast. Die Reste des Neunerlei werden am nächsten Tag gegessen. Vom Aufstehen während des Mahles wird abgeraten („sonst wird man bestohlen“ oder „sonst verlegen einem die Hühner die Eier“). Auch ist es allgemein üblich, dass Salz und Brot im Tischtuch eingewickelt werden und über Nacht liegen bleiben.
Demnächst noch einige Umsetzungsvorschläge für einzelne Gänge direkt aus der Oberwiesenthaler Küche.

8. Dezember 2012

Hochprozentiges aus Nüssen

Nüsse und Nußprodukte haben wir gestern am Abend beim letzten Schneckenstammtisch des Jahres 2012 verkostet. Der Höhepunkt des Abends waren die beiden Haselnusserzeugnisse (Öl und Geist).  Damit alle noch ein wenig mehr davon abbekommen, hat uns das Team der Rathaushotels Oberwiesenthal das Rezept für seinen Nußschnaps verraten. Dieses wollen wir Euch heute auch gleich im Adventskalender vorstellen:


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Zubereitung: Wir setzen unseren Nussschnaps eigenhändig an. Neben viel Geduld ist auch die richtige Menge an Zutaten entscheidend. Man nehme unreife, noch grüne Walnüsse, welche man Ende Juni bis Mitte Juli erntet und setzt diese mit Alkohol (zu 69%) samt Zucker und Gewürzen an. Da wir in unserer Küche große Gefäße haben, setzen wir unseren Nussschnaps gleich für dutzende von Flaschen an.

Für unsere Gäste haben wir unser Rezept auf übliche Haushaltsgrößen angepasst.

Zutaten für ca. 2 Flaschen Nussschnaps à la Rathaushotels:

  • 6 grüne Walnüsse
  • 1l Ansatzalkohol zu 69%
  • 500g Kandiszucker (braun)
  • 8g Sternanis
  • 8g Zimtrinde
  • 8g Nelken
  • 8g Anis
  • 8g Fenchelsamen
  • 8g Wermutkraut

Zubereitung & Tipps:
1. Nüsse in Scheiben schneiden
2. Zucker und Gewürze mischen
3. Schraubglas mit Nüssen und Gewürzen füllen
Die grünen Walnüsse reinigen, schlechte Stellen und Stiele entfernen und dann in Scheiben schneiden oder grob zerkleinern. Tipp: Verwendet Einweghandschuhe beim Schneiden, da die enthaltene Gerbsäure eure Finger dunkelbraun färben würde.
Gebt die Nüsse in ein ausreichend großes Schraubglas, fügt den Alkohol, den Zucker und die Gewürze hinzu und verschließt es fest. Tipp: Stellt das gefüllte Schraubglas an einen sonnigen Ort, da die Wärme den Gärprozess begünstigt.



4. 69%igen Alkohohl 
5. Schraubglas mit Alkohol ansetzen
6. Schraubglas auf Dichtheit prüfen
Jetzt heißt es geduldig sein, mindestens 8 Wochen sollte euer Nussschnapsansatz ruhen und alle paar Tage einmal gerüttelt werden, aber sanft, damit sich der Kandiszucker besser löst.
7. für 8 Wochen an sonnigen Ort stellen
Nach dem Gärprozess filtert den Inhalt eures Schraubglases und stimmt ihn mit Wasser auf einen Alkoholgehalt von ca. 32% ab.
Füllt den Nussschnaps in schöne Flaschen ab und entwerft euer eigenes Etikett. Euer Nussschnaps sollte nun eine dunkle und kräftige Kaffeefarbe und einen nussig-würzigen Geschmack haben.

Viel Spaß beim Ansetzen, Ausprobieren und Degustieren, wünscht das Team von den Rathaushotels!

7. Dezember 2012

Sächsisches Warmbier

Für einen eigenes südwest-sächsisches Adventswarmbier haben wir uns selbst in die Küche gestellt und ein wenig experimentiert. Hier unser Rezept für einen schönen Abend und einen ausgesprochen ruhigen Schlaf!
Übrigens wird Warmbier in der Region auch als altes Hausmittel gegen aufkommende Erkältung benutzt. Dann aber am besten schon im Bett trinken und danach schlafen

  • 1 Flasche dunkles Bier (z.B. den 2004 und 2005 mit dem European Beer Award in Gold ausgezeichneten Peniger Kellerberg)
  • 1 Zimtstange, 2 Gewürznelken
  • geriebene Zitronenschale einer halben Zitrone (unbehandelt)
  • 2-3 Esslöffel Honig 
kurz aufkochen und heiss servieren - Wohl bekomms!

6. Dezember 2012

Annaberger Niklaszöpfe

Der heilige Nikolaus (als Schutzpatron aller Reisenden) sollte eigentlich gemeinsam mit den anderen Heiligen im Rahmen der Reformation im sächsischen Erzgebirge abgeschafft werden. Wegen seiner schon damals großen Beliebtheit bei Kindern "überlebte" er aber (gemeinsam mit dem heiligen Martin) die Wirren des erzgebirgischen Mittelalters bis in unsere Tage und auch hier putzen die Kinder am Abend vor dem Nikolaustag ihre Schuhe um darin am nächsten Tag kleine Geschenke zu finden.
Die Tradition von Backwaren zu Geschenkzwecken geht wohl auf die Zeit vor 1600 zurück. Noch heute backen die Bäcker in Annaberg und Umgebung die Annaberger Niklaszöpfe und verkaufen diese auch in diesem Jahr sicher wieder auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt.

Dass der Niklaszopf einer der Vorläufer zum Erzgebirgischen Christstollen war, erfährt man auch im schönen neuen Buch des Chemnitzer Verlags: Die Geschichte des Weihnachtsstollens (kleiner Geschenktip zum Fest)
Die Unterschiede des Erzgebirgischen zum Dresdner Christstollen erzählen wir Euch aber vielleicht ein anderes Mal.

5. Dezember 2012

Leinöl - Olivenöl des Nordens

Im Erzgebirge und seinem Vorland wurde und wird seit hunderten von Jahren Leinöl als Pflanzenfett in der Küche verwendet. Galt es früher noch als günstiger Butterersatz für "einfache Leute" wandelt sich das Bild heute und Leinöl wird, wegen seines hohen Anteils an Omega-3-Fettsäuren zum "Wellnessprodukt".
Dabei gilt Lein als eine der wenigen bereits seit der Steinzeit in Europa angebauten Nutzpflanzen.
Die wenigen noch heute in unserer Region beheimateten Ölmühlen können sich über die Nachfrage wahrscheinlich im Moment nicht beklagen. Allerdings fehlt es inzwischen an heimischen Rohstoffen und Leinsamen werden aus Kanada oder Asien importiert. Der als schwierig geltende Anbau und Subventionen für andere Produkte (Mais und Raps) machen es den Bauern schwer, sich heute noch für diese Nutzpflanze zu entscheiden.

Als traditionelle Ölmühlen unserer Region können wir neben der kleinsten Ölmühle Sachsens im Gut Gadewitz  auch die Ölmühle Willy Weises Erben in Oberbobritzsch sowie die Ölmühle Dörnthal empfehlen. Ein Leinöltasting ist für 2013 in unserem Convivium bereits für einen Schneckenstammtsich angedacht.

4. Dezember 2012

Kaffeesachsens Paradies

Heute mal ein erster Tip zu Heißgetränken. Nicht nur wir Sachsen lieben die Kaffeebohne und doch wurden uns immer eine besondere Beziehung zu diesem Getränk nachgesagt (Kaffeesachsen). Warum das so ist erzählt Euch die sächsische Kaffeefee. Bei einem persönlichen Besuch vor Ort erfährt man noch mehr Wissenswertes auf dem Weg zum besseren Geschmack.
So sind nicht nur:

  • die Ausgangsrohstoffe (Robusta oder Arabica), 
  • ihre Herkunft (Brasilien, Equador, Kenia etc.), 
  • das Können der jeweiligen Kaffeeröster sondern  auch 
  • die Zubereitung daheim (Mahlwerk, Brühmethode), wichtige Faktoren auf dem Weg zum perfekten Kaffee
Selbst einfache Dinge, wie die Wahl eines anderen Filters (Goldfilter statt Papier) können zu völlig neuen Geschmackserlebnissen führen.


Als Empfehlung für die Festtage vielleicht ein "Schälchen Heßn" Sächsischen Gewürzkaffee aus Wüstenbrand?

3. Dezember 2012

Sächsische Quarkkeulchen = einfach, slow und lecker

Oft werden wir nach Rezepten gefragt, die der Philosophie von Slow Food entsprechen aber dennoch einfach, daheim ohne viel Arbeit (!?) zu bereiten sind. Für Viele keine einfache Aufgabe, so sollen doch alle Ausgangsstoffe frisch und regionalen Ursprungs sein und das Rezept in der jeweiligen Region eine gewisse Tradition besitzen. Für das heutige Fensterchen unseres Adventskalenders haben wir daher Quarkkeulchen gebraten (und dabei natürlich komplett auf die Gefriertruhen im Supermarkt verzichtet).


Für 8 Keulchen (3-4 Personen):
  1. 500g mehligkochende Kartoffeln 30-40min mit Schale kochen - anschließend abgießen und abkühlen lassen - schälen und entweder reiben oder durch eine Kartoffelpresse pressen.
  2. 100g Mehl, 250g Quark, 1 Ei, 50g Zucker, Rosinen (nach Bedarf), etwas Salz sowie die geriebenen oder gepressten Kartoffeln zu einem Teig verkneten.
  3. Mit bemehlten Händen daraus 3 Kugeln formen und diese etwa fingerdick platt drücken.
  4. In etwas Bratfett (original erzgebirgisch wäre Leinöl) auf beiden Seiten goldgelb oder braun ausbacken.
Fertig! Früher wurden die Quarkkeulchen sowohl warm als auch kalt serviert. Es lohnt sich daher gleich ein paar auf Vorrat zu backen und diese im Kühlschrank aufzubewaren.

Guten Appetit wünscht Euch die Online-Redaktion! 

2. Dezember 2012

Volksbier - das Pils der Chemnitzer


Mit großem Interesse haben wir zu Beginn diesen Jahres eine Aktion der in Einsiedel beheimateten Brauerei beobachtet. Unterstützt von lokaler Presse und Radio waren 100 interessierte Bürger der Region eingeladen gemeinsam ein Bier zu entwickeln, zu verkosten und für den Verkauf vorzubereiten.
Das Resultat der Initiative das Pils der Chemnitzer kann sich durchaus sehen lassen und wir sind der Meinung: eine gelungene Aktion für Geschmacksvielfalt und Schulung der Sinne. Keine traditionellen Wurzeln dafür eine handwerklich gelungene Neuschöpfung. Wer es bisher noch nicht probiert hat, sollte vielleicht die Adventszeit nutzen und sich einmal mit dem Biergeschmack der Chemnitzer zu beschäftigen.


Unsere Verkostungsnotizen zum Bier

Aussehen: sehr helles klares und leuchtendes Bernstein mit stabiler heller Schaumkrone
Aroma/Geruch: angenehm frische, fruchtig inspirierte Hopfennote
Geschmack: Im Antrunk herb und trocken, Malz und Hopfen in ausgezeichneter Balance. Hopfen-aromatischer, mittlerer Abgang. Nicht zu dominant in seinen Bitternoten
Mundgefühl: leicht und spritzig - erfrischend
Kombinationsempfehlung: zu leichten Speisen (z.B. Geflügel)
Fazit: eine gelungene Kreation mit Anklängen verschiedener Bierstile. Es lässt seine Nähe zu böhmischen und bayrischen Bieren in seiner Leichtigkeit erkennen. Ohne den pilstypisch deutschen Hopfengeschmack zu vermissen, weckt es mit seiner an Ales erinnernde Fruchtigkeit das Fernweh und die kulinarische Reiselust der Sachsen ohne dabei auf das Deutsche Reinheitsgebot zu verzichten.

1. Dezember 2012

Adventskalender - Slow nähern wir uns Weihnachten

Mit Lebkuchen und Industriestollen versucht uns der Handel bereits seit September zu verführen - vergeblich! In diesem Jahr wollen wir Euch die Wartezeit bis zum Fest ein wenig alternativ mit einem Slow-Adventskalender verkürzen.
Dabei werden wir Euch in der nächsten Zeit unter anderem einige Tips für den Einkauf und die Verarbeitung von Lebensmitteln zum Weihnachtsfest geben, regionale Bräuche beim Essen und Trinken vorstellen sowie einen kleinen Einblick in die Themen unserer weltweiten Organisation und Arbeit präsentieren. Ihr dürft gespannt sein, was Euch ab jetzt täglich in unserem Blog erwartet. Viel Spass damit wünscht Euch die Online-Redaktion des Slow Food Conviviums Südwestsachsen!
Beginnen wir heute mal mit etwas ganz Einfachem: einem Apfel als (ehemals!?) wichtigen Bestandteil weihnachtlicher Geschenke und vorweihnachtlicher Dekoration. Gebackene oder gebratene Äpfel finden sich in vielen Küchentraditionen und so unterscheidet sich ein "Sächsischer Bratapfel" weniger von einem "Bayrischen Bratapfel". Größer sind da wahrscheinlich schon die Unterschiede zwischen einzelnen Bratapfelanbietern auf lokalen Weihnachtsmärkten.
Als Slow Food sorgen wir uns da mehr um die Vielfalt der Äpfel und um besonders seltene Sorte. So wurden erst vor kurzem ein sächsischer Passagier in die Arche des Geschmacks aufgenommen. Diese Arche versucht die Biodiversität der Lebensmittel nach regionalen Gesichtspunkten zu erfassen und an künftige Generationen weiterzugeben.

20. November 2012

Nussknacker - Nüsse - Backtraditionen

Der Holznussknacker gehört im Erzgebirge seit Ende des 19. Jahrhunderts zur Weihnachtstradition. Warum das so ist und was das mit dem Bergbau (und seinem Niedergang um 1800 zu tun hat) verrät Euch sicher ein Besuch im Nussknackermuseum Neuhaussen.
Beim nächsten Schneckenstammtisch  am 7.12. wollen wir uns etwas genereller mit Nüssen und ihrer Verwendung in Küche und weihnachtlicher Backstube beschäftigen. Klären wollen wir dabei auch die letzten ungeklärten Fragen rund um die Nuss:


  • Was sind eigentlich alles Nüsse? Gehören Hasel-, Wal-, Kokos- und Erdnuss wirklich alle dazu?
  • Welche Nüsse fanden und finden in der Tradition unserer Region eine Verwendung in Küche, Keller und Backstube?
  • Welche heimischen Nussrezepte können wir anderen empfehlen. Der Bogen spannt sich dabei vom Bucheckernöl über Walnusspesto hin zu Mandelgebäck und Haselnusslikör? 
  • Lebkuchen, Marzipan,.... alles undenkbar ohne Nüsse
Wir sind auch gespannt auf Eure Ideen!

11. November 2012

Backe, backe Brötchen

"46 000 Tonnen fertigen Brotes werden jährlich tiefgekühlt nach Deutschland importiert - in der Regel als Teiglinge aus Osteuropa." Mit dieser Aussage aus einem Interview mit Bernd Kütscher (Leiter der Akademie des Deutschen Bäckerhandwers) überraschte in dieser Woche Der Feinschmecker seine Leser. Gleichzeitig sollten in einer Beilage die 600 besten Bäcker Deutschlands getestet werden.
Mischbrot der Bäckerei Fiedler aus Einsiedel im Erzgebirge
Gute Idee! - erstaunlich dünn sind dann allerdings die Seiten Sachsens und der übrigen östlichen Bundesländer in der fertigen Publikation. Gibt es hier bei uns etwa keine guten Bäcker mehr? Zeitgleich berichtet die Zeit in ihrer gedruckten und virtuellen Ausgabe über die neue Front im Bäckerkrieg. Demnach kämpfen immer mehr kleine Betriebe ums nackte Überleben und werden von den Backautomaten der Discounter über den Preis an die Wand gedrückt.

Was zeichnet einen guten Bäcker aus? Der Genussführer von Slow Food fordert:

  • Gute (Rezepturen aus der Region und Traditionelle Herstellungsverfahren), 
  • Saubere (handwerkliche Herstellung ohne künstliche Aromen und genmanipulierte Rohstoffe) und 
  • Faire (Partnerschaft mit regionalen Erzeugern z.B. Bauern und Mühlen sowie Verbrauchern) Produkte.

Eigentlich etwas was auch bei uns Verbrauchern ankommt und so von uns gewünscht wird. So etwas sollte es auch in unserer Region noch geben. Informiert uns über Eure Lieblingsbäcker, die diese Kriterien erfüllen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit in unserem Convivium wird im nächsten Jahr die Suche nach "Slow-Produzenten" sein. Einer unserer Stammtische 2013 wird sich daher auch mit dem Thema Getreide etwas näher beschäftigen. Natürlich freuen wir uns auch über Interessenten, die uns als Mitglieder unterstützen und bei den Tests von Produzenten und Restaurants aktiv helfen wollen.

3. November 2012

Regional und/oder Bio...

... können auch manchmal ein Widerspruch sein. Im netten Gespräch mit Herrn Weber haben wir einen Einblick in die Zwänge und Möglichkeiten eines Produzenten bekommen. So steht auf dem Schönberger Geflügelhof Weber entsprechend der Firmenphilosophie das Tier und seine Ansprüche im Vordergrund.
Slow Huhn unseres jüngsten Convivien-Mitgliedes
Wirtschaftliche Zwänge bestimmen aber u.a. auch die Auswahl der Futtermittel und so schlägt sich zum Beispiel ein kompletter Verzicht auf genetisch veränderte Futterpflanzen dann auch im Preis der Geflügelprodukte nieder und nicht alle Kunden wollen das akzeptieren... 
Bei der Diskussion der Vermarktungsstrategien wurde der Wunsch der Mitglieder unserer Tafelrunde deutlich, einen besseren Zugang zu regionalen Lebensmitteln zu bekommen. Erste gute Beispiele von Handelsketten wurden angesprochen und Tips für den Einkauf gegeben.
Im Anschluss an unsere Gesprächsrunde startete die Verkostung der Produkte des Geflügelhofes und der Kreationen des Restaurants Bock. Favorit bei den unmittelbaren Produkten war das Geflügelsauerfleisch und die Küche bot von geräucherter Gänsebrust, klassischer Eierflockensuppe über Maishähnchenrouladen bis hin zur Ente mit Rotkraut und Wickelklößen eine breite Palette heimischer Rezepte auf Geflügelbasis.  

1. November 2012

Im Gespräch mit den Produzenten

Für unseren Stammtisch hat sich Besuch angekündigt. Im Rahmen unserer Veranstaltung am morgigen Freitag können wir den Dialog mit Herrn Weber vom Schönberger Geflügelhof suchen und Wissenswertes zum Thema Geflügelhaltung und Eierproduktion aus erster Hand erfahren. Vielleicht auch eine gute Möglichkeit bereits jetzt das weihnachtliche Festtagsmenü zu überdenken und zu planen.
Natürlich wird dabei nicht nur gegackert sondern auch - wie immer - wieder ausgiebig verkostet...!
Wer noch Interesse hat und sich noch nicht angemeldet hat, es sind noch ein paar Plätze im Hotel Bock verfügbar.

Keine Gesprächsthemen? Hier ein paar Anregungen für weitere Fragen:
  • Wie Slow darf es eigentlich sein oder wann ist Geflügel wirklich gut, sauber und fair? 
  • Genügt es, Bio-Hähnchenschenkel zu kaufen oder doch lieber das Huhn vom Direktvermarkter aus der Region? 
  • Wen ich schon das teure Huhn kaufe, was mache ich dann damit?
Dem letzten Thema Verwertung kleiner Tiere widmet sich übrigens ein Artikel des Conviviums Mainfranken Hohenlohe.

19. Oktober 2012

Mehr als nur Broiler im Osten

Das um 1910 erschienene Bürgerliche Koch-ABC von Maria Ludolf unterscheidet bereits zwischen wildem und zahmen Geflügel. Auch wenn einige Rezepte der Wildgeflügelabteilung (Reiherbrust, gebratene Krickenten oder gar Birkhühner) aus verschiedenen Gründen heute nicht mehr umgesetzt werden sollten und dürfen, waren sie einst (meist aus der Not geboren) auch Bestandteil der sächsischen Küche. Inzwischen führt die Bejagung selten gewordener Vogelarten, die noch heute im Mittelmeerraum (inzwischen oft illegal) stattfindet, zum Zusammenbruch von Wildtierbeständen und ist aus heutiger Sicht abzulehnen. Rebhuhn, Taube, Fasan und Wachtel erhalten die kulinarische Wildgeflügeltradition noch ein wenig am Leben. Die Tiere dafür kommen aber inzwischen auch meist aus Zuchtbeständen. 

Die klassische Warenkunde zum Thema Geflügel der heutigen Tage orientiert sich dann doch eher an gezüchteten Hühnern, Enten, Gänsen und Truthähnen. Dabei gibt es auch hier für Genießer noch viel zu entdecken! Wer kennt schon auf Anhieb den Unterschied zwischen Kapaun und Poularde oder kennt die Definition von Stubenkücken? 
Inzwischen wird die heimisch-kulinarische Ornithofauna allerdings auch durch Exoten wie Strauss oder das afrikanische Perlhuhn verändert.
Noch vielfältiger wird die Rezeptlandschaft unter Einbeziehung von Eiern. Neben der klassisch-sächsischen Eierflockensuppe lassen sich bis hin zu Eierkuchen und Eierlikör komplette thematische Menüfolgen verwirklichen. Wir dürfen also auf die Umsetzung des Themas durchaus gespannt sein und freuen uns schon jetzt auf den 2. November

18. Oktober 2012

Vom Frühstücksei zum Gänsebraten

Im November dreht sich beim südwestsächsischen Schneckenstammtisch alles um Geflügel und Geflügelprodukte. Zur Einstimmung schon mal ein erster kleiner Hinweis auf einen Produzenten, der mit seinen Produkten wahrscheinlich den Abend bereichern wird:
Ein wenig Eigeninitiative ist natürlich dabei gefragt. Aber hier schon mal ein erster Tip: 

6. Oktober 2012

Linda, Sieglinde, Emma und ihre Geschwister

Kurz nach 19.00 Uhr war es dann endlich soweit. Im Kamin knistertet ein Feuerchen und die Tafel war passend zum Thema mit rötlichen, braunen und goldenen Knollen geschmückt. 


Im Nachbarraum wurde inzwischen die herbstliche Kartoffelvielfalt aufgebaut. Gratin aus Grandifolia (vorwiegend fest- bis mehlig kochend), Rosmarinkartoffeln aus Angeliter Tannenzapfen (für die meisten neben den Bamberger Hörnchen die Krönung des Abends) sowie Herzoginkartoffeln aus dem bereits in einem früheren Blogbeitrag angekündigten Reichskanzler.


Auch beim Kartoffelsalat hatte sich die Küche des Bocks etwas einfallen lassen: Blaue Anneliese, Rote Emma und Sieglinde bringen Farbe ins Spiel.


Pellkartoffeln mit Leberwurst und Quark - ein Klassiker der sächsischen Küche muss auch nicht unbedingt langweilig sein. Das Trio aus Linda, Trüffelkartoffel und Bamberger Hörnchen (von vorn nach hinten) bringt kulinarische Abwechslung ins Spiel.


Für die Wickelklöße (ebenfalls eine regionale Spezialität) kam dann Adretta zum Einsatz.


Für einen Überblick hier die komplette Karte des Abends zur Erinnerung an alle die dabei sein durften.



2. Oktober 2012

....ein Reichskanzler aus Zwickau?

An dieser Frage würden die meisten wohl scheitern.
Bereits Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts  versuchte sich der Zwickauer Züchter Wilhelm Richter erstmals am bis dahin für Kartoffeln neuen züchterischen Verfahren der Blütenkreuzung. Herausgekommen ist dabei eines unserer Testobjekte für unser Kartoffeltasting am Freitag, der Richter den machtvollen Namen "Reichskanzler" verpasste. Diese Sorte wird übrigens auch auf der Homepage von Gündels Kulturstall mit einem eigenen Kartoffelmovie vorgestellt und gilt ob ihrer südwest-sächsischen Herkunft als der heimliche Star des Abends.
Daneben sind neben dem fast schon politischen Klassiker "Linda" auch noch der "Blaue Schwede" und die "Rote Emma" am Start. Mithin erwartet uns passend zum Herbst ein bunter Abend.

28. September 2012

Genusskomponente statt Sättigungsbeilage - Grosses Kartoffeltasting


Unter den Slow Food - Freunden in Südwestsachsen wächst wieder die Vorfreude - nur noch 7 Tage bis zum nächsten Schneckenstammtisch!


Das Team vom Hotel Bock bereitet sich schon fleissig vor und "war in den Kartoffeln".
Zwischen 6 und 10 verschiedene Sorten aus heimischer Produktion sollen an jenem Abend von den Mitgliedern und Gästen unseres Conviviums verkostet werden. Dabei lernen wir sicher nicht nur neue Sorten kennen, sondern erfahren auch den einen oder anderen Tip über die möglichst leckere Zubereitung dessen was in unserer Region Erdäppeln heisst. Über vorherige Anmeldungen für diesen Abend zur besseren Planung und Vorbereitung würden wir uns sehr freuen.
Wer sich schon mal vorher etwas über Kartoffelsorten schlau machen möchte, findet u.a. hier einen ersten Anlaufpunkt.

10. September 2012

Genussführerkommission Südwest-Sachsen veröffentlicht erste Ergebnisse

Folgende Fragen stehen für Slow Food in Südwest-Sachsen im Mittelpunkt:
Wie finde ich ein Gasthaus, in dem die regionale Kochkultur gepflegt wird? Wo kommen gute Gerichte aus frischen Grundstoffen im Einklang mit den Jahreszeiten auf den Tisch? Welcher Wirt bietet seine Gästen unverfälschte Küche zu vernünftigen Preisen? Wo wird die schmackhafteste Wurst hergestellt, wo das beste Brot gebacken, ohne dass dabei Zusatzstoffe oder Geschmacksverstärker verwendet werden? Welche Brauerei hat sich der Pflege seltener Biersorten verschrieben? Der Genussführer von Slow Food begleitet Sie auf Ihrer Entdeckungsreise in die Welt der guten Gastronomen und Produzenten.



Das Convivium Südwest-Sachsen hat jetzt die erste Seite hinzugefügt.

Nach welchen Kriterien testen wir nach den Vorgaben von Slow Food Deutschland?

Gasthaus-Kriterien

Gute regionale Kochkultur hat es noch immer schwer in Deutschland.
Nicht nur wir fragen uns: Wie finde ich ein Gasthaus, in dem die regionale Kochkultur gepflegt wird? Wo kommen gute Gerichte aus frischen Grundstoffen im Einklang mit den Jahreszeiten auf den Tisch? Welcher Wirt bietet seine Gästen unverfälschte Küche zu vernünftigen Preisen?

Kein Restaurantführer im üblichen Sinne sollte es sein, sondern ein Kompendium, in dem der Gast Lokale findet,
  • wo die angebotenen Speisen sinnlichen Genuss bereiten und sich vom Massengeschmack deutlich abheben,
  • in denen frische und saisonale Grundprodukte aus der Region auf handwerkliche Art und Weise verarbeitet werden,
  • in denen der Koch bewusst auf den Einsatz von Aromastoffen, Zusätzen und Geschmacksverstärkern verzichtet,
  • in denen die Gerichte in der jeweiligen Region beheimatet sind und manchmal dadurch vor dem Vergessen bewahrt werden.
Ach ja: Bezahlbar sollte das ganze für den durchschnittlichen Gast auch noch sein.

Produzenten-Kriterien

Ob Privathaushalt oder Gastronom, jeder stellt sich die Frage, wie finde ich einen Produzenten, der sich den Kriterien von Slow Food verbunden fühlt?
  • Gut – Produkte die noch Eigengeschmack haben; die Förderung von alten Sorten und Rassen; saisonales Angebot von regionalen Produkten.
  • Sauber – eine verantwortliche Landwirtschaft und Verzicht auf Gen-technik, z.B. auch keine Verwendung von gentechnisch behandeltem Futtermittel; traditionelles Lebensmittelhandwerk ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker.
  • Fair –eine artgerechte Tierhaltung und Aufzucht.
Sicher haben auch Sie sich schon die folgenden Fragen gestellt:
  • Wo bekomme ich ein Ei, das noch wie ein Ei schmeckt?
  • Wo gibt es frisch geerntetes Gemüse?
  • Wo wird die schmackhafteste Wurst hergestellt, wo das beste Brot gebacken?
  • Welche Brauerei hat sich der Pflege seltener Biersorten verschrieben?
Der Genussführer von Slow Food begleitet Sie auf Ihrer Entdeckungsreise in die Welt der guten Produkte.

Mitarbeiter gesucht

Restaurants und Produzenten nach diesen Kriterien zu testen könnte Ihnen Spass machen? Die Mitarbeit in der Genussführerkommission steht allen Mitgliedern unseres Conviviums offen. Wollen Sie mehr über uns erfahren setzen Sie sich mit uns in Verbindung und nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

10. Juli 2012

Jeder gibt seinen Senf dazu!

...war das Thema zum Höhepunkt der Grillsaison. Die Küche des Restaurants Bock in Limbach hatte leckere Spezialitäten vorbereitet und zahlreiche Mitglieder und Gäste unseres Conviviums testeten sächsische Senfspezialitäten. Großen Anklang fand dabei die aus Colmitz bei Freiberg kommende Traditionsmarke Essig Schneider deren Produktpalette komplett getestet werden konnte.

Besonderen Anklang fand neben den Klassikern (Extra Scharf / Kräuter / Süßer Senf) dabei besonders der Hausmacher Partysenf den wir für sommerliche Gartenparties durchaus empfehlen können.

7. Mai 2012

Gewürze zur Schulung der Sinne

Schulung und Training der Sinne ist einer unserer Schwerpunkte. Denn nur wer etwas kennt, kann es auch geniessen und schätzen. Unter diesem Motto standen im Mai Kräuter im Schnuppertest auf dem Aktionsplan des Conviviums. Mit 4 Mitgliedern und 2 Gästen wurde ein Startschuss zur Neuauflage der monatlichen Schneckenstammtische im Restaurant Bock in Limbach gesetzt.

Vor, nach und während der Geruchsproben wurden leckere Gerichte zum Thema serviert. Vor allem die Produkte auf der Basis von frischem Pfefferkraut waren das Highlite des Abends.