24. Februar 2015

Aceto Balsamico

Aceto Balsamico – ein herrlicher Klang – Aceto Balsamico, bei dem Wort fliegen die Gedanken davon… Es ist Sommer, es ist warm, man hat Urlaub und sitzt in einem schönen Restaurant, oder zu Hause auf dem Balkon mit lieben Menschen. Vor sich einen Teller mit reifen fruchtig-süßen Tomaten, darauf cremig-weicher Büffelmozzarella (Wieso eigentlich nicht Büffelinen-Mozzarella?), dazu Basilikum, schwarzer Pfeffer aus der Mühle und darauf – das I-Tüpfelchen – Aceto Balsamico. Er ist auch auf Eis eine Offenbarung.

Natürlich nicht irgendein Aceto Balsamico. Man könnte jetzt von eingedicktem Most aus spätgelesenen weißen Weintrauben erzählen, die mehrere Jahre mit verschiedenen Holzfässern  Freundschaft schließen und die Aromen jeder einzelnen Holzart in sich aufnehmen. Man könnte von Aceto Balsamico di Modena und von Aceto Balsamico Tradizionale erzählen, aber schließlich kann das jeder selbst nachlesen. Was beim Lesen fehlt ist das sinnliche Erleben – wie sich diese edlen Tropfen auf der Zunge anfühlen, wie sie im Gaumen und der Nase ihre Aromen entfalten. Am 06.03.2015 um 19.00 Uhr treffen wir uns bei Feinkost Dreißig in Zwickau-Planitz um zu erleben, wie verschiedene hochwertige, Gut – Sauber – Fair hergestellte Aceto Balsamico schmecken und sich im Gaumen anfühlen.

Antje Hohl

16. Februar 2015

Wein genießen (und wählen) in Limbach-Oberfrohna

Was ist schöner als eine Kerze? – Zwei Kerzen.

Was ist schöner als ein Genießer? – Viele Genießer.

Wo findet man viele Genießer? – Fast jeden ersten Freitag im Monat, irgendwo in Südwest-Sachsen bei einem Treffen von Slow Food. Immer unter dem Motto – Gut – Sauber – Fair.

Wo ist ein Leuchtturm für Gut – Sauber – Fair in Sachsen? – Im Hotel & Restaurant Bock in Limbach-Oberfrohna bei Frau Striegler und ihrem Team.

Das erste 2015er Treffen von Slow Food fand am 07.02. statt. Als wir nach einer stressigen Arbeitswoche und ziemlich verstopften Straßen im Bock ankamen, war alles schon für uns vorbereitet. Im Kamin brannte anheimelnd ein Feuer, eine Tafel war wunderschön gedeckt und angerichtet,  PC, Beamer und Leinwand waren einsatzbereit und ein Tisch mit einer Vielzahl von Weingläsern ließ unseren Gaumen leicht trocken werden. Wir brauchten nur noch anzukommen, ein paar Gänge runterzuschalten und uns zu setzten.
Als alle Platz genommen hatten, zeigte uns Herr Schreiter viele, ganz toll aufbereitete Informationen über die letzten beiden Jahre im Slow Food Convivium Südwest-Sachsen und einen kleinen Ausblick auf 2015.

Ich bin erst seit Mitte 2014 bei Slow Food und habe tolle Treffen verpasst. Mein erstes Treffen mit Slow Food war in der Privatbrauerei Blechschmidt aus Treuen im Vogtland (Sachsen). Man macht sich ja so seine Gedanken, wenn man irgendwo neu ist: „Wie wird es sein? Wie sind die Leute?“ Meine Erwartungen wurden zu 333 % mit * übertroffen. Die Leute waren nett, wir haben von Herrn Blechschmidt eine Menge über Bier, Bierbrauen und vieles mehr erfahren und über die Geschichte der Bierbrauerfamilie, leider bisher ohne Happy End. Es gibt dort ein Museum mit tausenden alten Dingen aus Landwirtschaft, Bierherstellung und eine funktionierende alte Dampfmaschine zu bestaunen. Und die Krönung: das Bier schmeckt echt lecker. Organisiert und für das leckere Essen  gesorgt hatte Herr Krause. Ich kann jedem empfehlen, mal nach Treuen zu fahren.

Für dieses Jahr sind schon wieder tolle Treffen geplant. Einer der ersten Termine in diesem Jahr ist am 17. April 2015 der bundesweite Kochtag der Wochenzeitung DIE ZEIT in Zusammenarbeit mit Slow Food Deutschland unter dem Motto "So isst Deutschland!" und wir freuen uns über jede Idee von Euch, oder einfach über Euer Kommen. Genaueres erfahrt Ihr auf der Seite von Slow Food.

Nach den Infos stand die Wahl einer neuen Convivienleitung auf dem Programm. Herr Schreiter wurde als Convivienleiter wiedergewählt. Frau Striegler, Frau Hohl und Herr Otto verstärken das Leitungsteam.


Nach dem „offiziellen Teil“ wurden die Gläser gefüllt und wir haben uns unter fachlicher Anleitung und mit vielen Informationen von Frau Striegler den Wein schmecken lassen. Auch das Essen war eine Sensation. Ich hatte Feldsalat mit Leber und gebratenem Chicorée. Der Chicorée hatte Aromen, die hätte ich ihm nie zugetraut. Ich koche auch sehr gern, aber ein leidenschaftlicher Profikoch, de Fachleit ahm, kann aus einem Lebensmittel noch ganz andere Aromen herauskitzeln. Nach diesem Salat brachte mir der nette Kellner das nächste Highlight: hausgemachte Pasta mit roter Bete, Orangen und Walnüssen. Die rote Bete vom Guidohof ist aber auch lecker, gar nicht zu vergleichen mit den „Sauer eingelegten Kellerstufen“ von meiner Oma. Ein Vegetarier wird wahrscheinlich nie aus mir, aber wenn vegetarisches Essen so hervorragend schmeckt, lasse ich gern das Schweinchen noch ein paar Wochen im Stall grunzen und die Kuh auf der Weide kauen.
Mit leckerem Essen im Bauch, aus hervorragenden regionalen Zutaten – Gut – Sauber – Fair zubereitet und leckerem Wein im Blut endete der Abend mit schönen Gesprächen.

Sollte jemand beim Lesen dieser Zeilen Appetit und Lust bekommen haben, bei einem der nächsten Treffen dabei zu sein – wir freuen uns auf Euch. Schließlich treffen wir uns nicht nur um zu schlemmen und zu genießen, wir wollen immer mehr werden und uns austauschen, um die Welt jeden Tag ein kleines Bisschen besser zu machen, denn mit Messer und Gabel in der Hand kann man schlecht schießen und mit netten Menschen am Tisch und beim Schnippeln von Gemüse kommt man gar nicht auf die Idee.