30. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Ernährungstips

Nach dem Fest beginnt für viele die Zeit des Nachdenkens über "bessere Ernährungsgewohnheiten". Wie das Problem 1930 behandelt wurde, steht im unteren Text. Aus der heutigen Sicht möchten wir Euch beim Essen natürlich nicht allein lassen. Für uns ist eine ausgewogenes Essen auch ein gesunde Ernährung. Gemeinsam versuchen wir die regionale und saisonale Vielfalt unserer Lebensmittel zu erhalten. Wer sich uns anschließen möchte, findet hier nicht nur gute Vorsätze fürs neue Jahr, sondern auch ein paar Tips zum Mitmachen.
Auch 2016 setzen wir auf gute, saubere und faire Lebensmittel in Südwest-Sachsen. Dafür wünschen wir allen einen Guten Rutsch und ein erfolgreiches 2016!



24. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Gänsebraten

Damals und auch heute der wohl beliebteste Braten auf der Weihnachtlichen Tafel. Im Unterschied zu heute, wurde damals das gesamte Tier verarbeitet und verspeist. Eine recht einfach gehaltene Rezeptur (und ein wenig küchentechnisches Geschick) vermeiden Stress und Hektik in der Weihnachtszeit.

23. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Rosenkohl

Neben Rot- und Sauerkraut findet sich um die Weihnachtszeit auch Rosenkohl als saisonales Gemüse auf den Märkten. Die Zubereitungsmöglichkeiten sind vielfältig. Die Variante von 1930 findet sich noch heute in vielen Haushalten als der Standard in der Zubereitung. Wer es lieber etwas bissfester mag, kann natürlich heute auch dämpfen oder sautieren.

22. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Klöße

Ein Rezept an welchem heute viele verzweifeln. Vor allem die Klöße aus rohen Kartoffeln (Grüne Klöße) zerfallen gern einmal beim Garziehen. Es mag an einem veränderten Stärkegehalt der heutigen häufigen Sorten liegen? 1930 war sicherlich die heute seltene (und aus Zwickau stammende) Sorte Reichskanzler in unserer Gegend recht verbreitet. Mit welchen Kartoffelsorten hattet Ihr bisher Erfolg und womit will es nicht so richtig klappen?

21. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Bratwürstchen

Eine Idee (noch rechtzeitig vor dem Fest) wäre es, sich die (meist obligatorischen) Bratwürstchen selbst zu produzieren. In vielen Chemnitzer Familien wird noch heute die Neunerlei-Tradition gepflegt. Bratwurst ist meist Bestandteil des erzgebirgischen kulinarischen Weihnachtskanons.

20. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Anisplätzchen

4. Advent und schon alle Süßigkeiten aufgegessen? Schnell noch ein paar Anisplätzchen zum Kaffee gebacken.

19. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Würzfleisch

Für viele sicherlich eine Überraschung dieses Rezept von 1930 zu finden. Heute wird das Würzfleisch (gemeinsam mit Soljanka) gern als ein DDR-Rezept verkauft. Vertieft man sich ein wenig in der Rezeptur fallen allerdings ein paar Zutaten auf, die nicht so richtig in eine DDR-Küche passen wollen. Die Idee zum Würzfleisch (wie auch zum Ragout fin) ist also sicherlich älter. Eine Vereinfachung der Zutatenliste machte dann aber später daraus einen "Klassiker des Ostens".

18. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Honigkuchen

Wie grinst eigentlich ein Honigkuchenpferd? Inzwischen dürfte der Honigkuchen fast ausgestorben und bei uns durch ostsächsische Leb- und Pfefferkuchen ersetzt worden sein. Interessant ist dabei, dass im Rezept die z.B. von Wikipedia für Honigkuchen postulierte Ausschliesslichkeit von Honig als Süßungsmittel aufgehoben ist und als Alternative auch ein "Kunsthonig" empfohlen wird.

17. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Wildbeeren


Als klassisches Weihnachtsdessert spielen Heidel- und Preiselbeeren im Erzgebirge schon lange eine Rolle. Was sich als Beerensammeln mit dem Beerenkamm schon früher großer Beliebtheit erfreute, kommt heute als "Foraging" im jugendlich-sportlichen Gewand aus Skandinavien und England zu uns zurück. Allerdings sind die Wildobstbestände in unserer Region recht selten geworden. Damit dürfte heimisches Wildobst inzwischen zu den absoluten regionalen Delikatessen gehören.

16. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Makronen

Traditionell ohne Mehl (und ohne Kokos) kommen die 1930er Makronen daher. Die heute weiter verbreiteten Kokosmakronen entstammen wohl eher französischen Ursprungs (besserer Zugang zu "Kolonialwaren" wie Kokosnüssen). Das Rezept basiert auf der älteren und traditionelleren Zubereitung italienischen Ursprungs. Für die Besorgung der Bittermandeln muss man heute wahrscheinlich wieder einmal in die Apotheke gehen. 

15. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Apfelgelee

Die Verarbeitung von Fallobst (zum Beispiel von Streuobstwiesen) ist ein weiteres vernachlässigtes Thema in der heutigen Zeit. Neben Saft lässt sich aus unreifen Äpfeln noch mehr machen. Etwas Improvisation dürfte hinsichtlich eines vierbeinigen Schemels im Rezept heute dennoch gefragt sein.

14. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Zunge

In kaum einer Region Deutschlands wird soviel Zunge verspeist wie in unserer Gegend. Diese Delikatesse kommt in Sachsen sowohl gekocht als eigenes Gericht, gepökelt als auch zu Zungenwurst verarbeitet auf den Tisch. Da die Tradition allerdings zunehmend verschwindet, wird es Zeit diese Rezepte einmal wieder näher zu betrachten.

13. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Senfgurken

Der heutige Beitrag widmet sich wieder einmal der traditionellen Konservierung. Die noch heute im Spreewald übliche Konservierung von Gurken war sicher weiter verbreitet und wurde in den Haushalten auch nach abgewandelten Hausrezepten praktiziert. Bei diesem Chemnitzer Rezept fällt auf, dass kein Zucker verwendet wurde. Auf die heute bei vielen Herstellern leider üblichen Zuckeraustauschstoffe wurde natürlich auch verzichtet...

12. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Stollen

Zum Stollen gab es wahrscheinlich sehr viele Rezepte in unserer Region. Jeder Haushalt hatte seine eigene Mischung. Manche legen die Rosinen in Rum ein, andere schwören dabei auf Traubensaft. Oft wurden die Zutaten über einen längeren Zeitraum gesammelt und zum Bäcker gebracht. Diese Tradition ist inzwischen fast komplett verschwunden. Von Anfang November bis wenige Tage vor dem Fest wurde gebacken. Manche schwören auf 2 Monate Lagerungszeit, während andere mit 1 Woche glücklich sind. Eine Kunst ist noch heute die richtige Lagerung um ein Austrocknen des teuren Backwerkes zu verhindern. Experten empfehlen den Stollen sofort mit Butter und Zucker zu streichen (komplett versiegeln) und ihn dann kühl zu lagern.
Angeschnitten wurde der Stollen übrigens traditionell zum Frühstück am 25.12. Gegessen wird er im Erzgebirge noch heute bis zum 2. Februar, wo erst mit Lichtmess traditionell die Weihnachtszeit endet.

11. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Sauerkraut einlegen

Im Internet gibt es inzwischen zahlreiche Bastelanleitungen für selbstgemachtes Sauerkraut (z.B. hier eine recht umfangreiche Variante). Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall.
Vielfach kommen dabei heute auch Bügelgläser oder Schraubdeckelgläser zum Einsatz. Da die Uroma wohl noch auf diese Erfindung verzichten musste, wurde mit Steintopf, Holzfass und gebrühten Tüchern gearbeitet. Ob das wohl einen Einfluss auf den Geschmack hatte?

10. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Teemischung

Tee hat noch heute in Sachsen im Gegensatz zur Kaffeetradition eine geringere Bedeutung. So war Südwestsachsen sicherlich auch in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Importen aus den meist englischen Kolonialgebieten abgeschnitten. Die Entwicklung eigener "Tee"mischungen aus heimischen Wildpflanzen war eine Folge. Das kulinarische Experiment dieses Rezeptes steht auf jeden Fall schon auf der Aufgabenliste des kommenden Jahres...

9. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Linsen

Der klassische Linseneintopf kam früher sicher häufiger auf den Tisch als heute. Zum einen eigneten sich Linsen gut zum Anbau in den nahen Gebirgslagen Sachsens und Thüringens und zum anderen sind die getrockneten Linsen ein ideales Lagergemüse für die kalte Jahreszeit.
So verwundert es auch nicht, dass es die Linsen auch in traditionelle Tafelfolgen für Weihnachten, Silvester und Lichtmess geschafft haben. In mehr oder weniger abgewandelter Form haben viele Familien unserer Gegend noch heute ihre eigenen Rezepte.
Bleibt zu hoffen, dass sich künftig Landwirte wieder auf diese Frucht besinnen und die inzwischen verschwundenen Linsensorten Ostdeutschlands eines Tages in ihre Heimat zurückkehren können.

8. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - gefüllte oder gedünstete Äpfel

Kandierte Äpfel oder auch Schokoäpfel finden sich noch heute auf den meisten Weihnachtsmärkten. Was man mit einfachen Äpfeln noch so angestellt hat, zeigen wir heute. Welche Sorten damals verwendet wurden, verrät uns das Rezept nicht direkt. Ein Kontakt zu lokalen Obstkundlern (Pomologenverein) kann hier weiter helfen. Der Erhalt alter Sorten ist ein Beitrag zur Geschmacksvielfalt auch in unserer Region.

7. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Gräupchen

In der heutigen Küche wurden Graupen fast komplett von asiatischen und mediterranen Reisgerichten verdrängt. Dabei bestehen Graupen meist aus Gerste (oder manchmal Weizen), die in unseren Regionen noch heute beste Anbaubedingungen vorfindet. In vielen slawischen Küchen (die einst auch unsere Gegend prägten) sind Gräupchen noch heute eine beliebte Beilage.

6. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Pfefferkuchen


Neben dem Stollen das komplexeste Rezept aus der weihnachtlich-sächsischen Heimbackstube. Mit zahlreichen Gewürzen (und einem Likörglas Rum) war der Lebkuchen sicher kein Alltagsgebäck sondern wurde mit sehr viel Zeit gebacken ("den Teig 14 Tage stehen lassen", "8 - 14 Tage nach dem Backen ist das Gebäck mürbe und schmackhaft")

5. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Saure Nieren


Die Idee das ganze Tier zu essen ist nicht neu, wohl nur etwas in Vergessenheit geraden. Neben Leber und Gehirn findet sich im Chemnitzer Kochbuch auch ein Rezept zu Sauren Nieren. Beim Fleischer um die Ecke lassen sich sicher auch heute noch die entsprechenden Zutaten besorgen (oder bestellen).

4. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Bierkaltschale


Auch Wikipedia behauptet zum Thema Kaltschale: "Bier war früher die häufigste Grundlage einer Kaltschale". Streiten kann man sich darüber ob eine Kaltschale als klassisches Sommergericht etwas in einem Adventskalender zu suchen hat. Allerdings wurde dieses heute fast vergessene Spezialität nicht nur als Suppenersatz in der heißen Jahreszeit, sondern auch als Nachspeise gereicht.  Mit den gewählten Zutaten passt dieses Rezept also durchaus zu einem etwas anderen Weihnachtsmenü.

3. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Spekulatius


Definitiv nicht aus der sächsischen Region (Spekulatius stammt aus rheinischen Gefilden und basiert auf indonesischer Kultur) aber dennoch im Rezeptbuch zu finden. Im Gegensatz zum heutigen (meist industriell gefertigten) Spekulatius besteht dieses einfache Rezept lediglich aus 5 Zutaten. Heute verwendete Weihnachtsgewürze (Nelken, Kardamom, Zimt) waren bis nach Ende des 2. Weltkrieges recht teuer und für das häusliche Plätzchenbacken nicht erschwinglich.
Wer auf industriellen Vanillezucker verzichten will (den gab es wohl schon 1930 in Päckchenform) legt einfach eine Vanilleschote in ein Glas Zucker und verschliesst es. Mit der Zeit übernimmt der Zucker das Aroma der Vanilleschote.

2. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Wildfruchtsuppen

Hinter dem 2. Türchen verstecken sich heute gleich 2 Rezepte für Wildfruchtsuppen. Das Sammeln von Wildfrüchten als Vitaminquelle war damals noch recht verbreitet. Die Rezepturen ähneln sich (Früchte mit Wasser, Zucker und Zitronenschale aufkochen und mit Kartoffelmehl abbinden). Beide sind recht einfach zum nachmachen geeignet. Einziges Problem: Die Hauptzutaten findet man nicht im Supermarkt und die Saisonalität von Wildfrüchten gestattet manche Rezepte nur zu bestimmten Zeiten.
Einen interessanten Startpunkt zum Mitmachen und Sammeln von Wildfrüchten bietet übrigens die Seite von Mundraub (auch ohne Registrierung bekommt man Zugriff zur Mundraubkarte mit Wildfruchtsammelplätzen der Region).

1. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Karpfen polnisch


Warum der Chemnitzer Karpfen nach polnischer Art zubereitet wurde, liegt nahe. Die Tradition des weihnachtlichen Karpfengenusses kommt aus Osteuropa. Etwas im Dunklen bleibt, was sich damals hinter "Fischgewürz" versteckte. Offensichtlich waren Fertigwürzmischungen schon damals beliebt. Besonders bemerkenswert an diesem Rezept ist allerdings die "Zuspeise" im letzten Satz: Die Kombination von Fisch mit Salzkartoffeln und Rotkraut ist auch heute noch recht typisch für den Chemnitzer Raum und in anderen Gegenden nahezu unbekannt.
Wer mehr über die Weihnachtstradition und Fisch zum Fest erfahren will, sollte unseren Stammtisch morgen in Limbach nicht verpassen.