3. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Spekulatius


Definitiv nicht aus der sächsischen Region (Spekulatius stammt aus rheinischen Gefilden und basiert auf indonesischer Kultur) aber dennoch im Rezeptbuch zu finden. Im Gegensatz zum heutigen (meist industriell gefertigten) Spekulatius besteht dieses einfache Rezept lediglich aus 5 Zutaten. Heute verwendete Weihnachtsgewürze (Nelken, Kardamom, Zimt) waren bis nach Ende des 2. Weltkrieges recht teuer und für das häusliche Plätzchenbacken nicht erschwinglich.
Wer auf industriellen Vanillezucker verzichten will (den gab es wohl schon 1930 in Päckchenform) legt einfach eine Vanilleschote in ein Glas Zucker und verschliesst es. Mit der Zeit übernimmt der Zucker das Aroma der Vanilleschote.

1 Kommentar:

  1. Ich denke, wo zu dieser Zeit "Vanillezucker" drauf stand war auch Zucker mit Vanille drin. Damals war natürlich auch schon das (chemische) Vanillin (1874; Dr. Oetker 1894), als Vanille-Aromastoff, bekannt; dieser damit hergestellte Zucker wurde bestimmt auch als solcher bezeichnet (siehe Dr. Oetker). Das "echte" Vanillin ist Bestandteil der Kapselfrüchte der Gewürzvanille (Vanilla planifolia). In einem Kochbuch einer Emma Allestein aus Weimar von 1906 (erste Auflage Gera 1884) fand ich bei Vanilleplätzchen u.a. folgende Angabe: "... und für 30 Pfennige gestoßene Vanille oder 5 Gr. Vanilleextrakt ..."). Interessant ist auch folgender Eintrag in einem Kochbuch der Henriette Davidis, Bielefeld und Leipzig, 1877, unter "Allgemeine Vorbereitungsregeln: 80. Ueber die Erkennungszeichen, das Aufbewahren und die Anwendung echter Vanille. Die Vanille kommt jetzt so häufig in den Handel, nachdem ihr die feinsten Theile entzogen sind, weshalb die Erkennungszeichen der echten Vanille hier mitgetheilt werden: Die Stangen haben einen sehr starken, duftigen Geruch, sind nicht glatt, sondern unansehnlich, zusammengeschrumpft und mit einzelnen glasartigen Spitzen (Vanille-Kampfer) versehen. ... Der ungleiche Grad von Stärke macht es unmöglich, bei den Speisen ein ganz bestimmtes Maß anzugeben, und es ist anzurathen, gewöhnliche, mit Zucker feingestoßene Naville nach Geschmack anzuwenden. ..." Viel Spaß beim Plätzchen backen.

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