12. Dezember 2015

Chemnitzer Rezepte - Stollen

Zum Stollen gab es wahrscheinlich sehr viele Rezepte in unserer Region. Jeder Haushalt hatte seine eigene Mischung. Manche legen die Rosinen in Rum ein, andere schwören dabei auf Traubensaft. Oft wurden die Zutaten über einen längeren Zeitraum gesammelt und zum Bäcker gebracht. Diese Tradition ist inzwischen fast komplett verschwunden. Von Anfang November bis wenige Tage vor dem Fest wurde gebacken. Manche schwören auf 2 Monate Lagerungszeit, während andere mit 1 Woche glücklich sind. Eine Kunst ist noch heute die richtige Lagerung um ein Austrocknen des teuren Backwerkes zu verhindern. Experten empfehlen den Stollen sofort mit Butter und Zucker zu streichen (komplett versiegeln) und ihn dann kühl zu lagern.
Angeschnitten wurde der Stollen übrigens traditionell zum Frühstück am 25.12. Gegessen wird er im Erzgebirge noch heute bis zum 2. Februar, wo erst mit Lichtmess traditionell die Weihnachtszeit endet.

1 Kommentar:

  1. "Die Alten" unter uns können sich bestimmt noch an eine Zeit erinnern, als dieses wunderbare Backwerk als "Geschenksendung - keine Handelsware" voller Stolz vom Osten in den Westen verschickt wurde. Vorher kam natürlich das eine oder andere Paket mit Mandeln, Rosinen u.a. Zutaten aus dem Westen in den Osten. Obwohl wir damals zu Hause kein großes Anwesen hatten gab es neben der Küche einen separaten Backofen - auch für den Stollen!

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